Unser Kanu ist da

Ich bin´s noch mal „Treibholz“

 

Ich hatte ein paar schwere Tage. Da hat doch meine Familie noch ein Kleinkind angeschafft – Ich meine dieses „Kanu“. Prinzipiell habe ich ja nichts dagegen, aber es ist nicht fair, dass ich als großer Bruder die ganze Zeit darauf aufpassen muss, das ist anstrengend.

Es ist nun immer zwischen Steg und meiner Backbordseite festgemacht, wenn es nicht gerade gefahren wird. Ständig zupft es an den Tauen mit den es an mir angebunden ist. Es nervt besonders, wenn der Wind etwas stärker und die Wellen etwas höher sind. Das Kanu scheint dann Angst zu bekommen oder ist zumindest sehr nervös. Es reitet wie wild auf den Wellen und zerrt ständig an dem Tau mit dem ich es festhalte. Vielleicht ist es auch übermütig und will sich losreißen, um noch wilder auf den Wellen tanzen zu können. Natürlich geht das nicht. Ich mag es zwar nicht besonders, dass ich ständig auf diesen kleinen Quälgeist aufpassen muss, trotzdem nehme ich die Aufgabe ernst. Es kann zerren wie es will, ich halte es fest.

Nur die Urlauber dürfen es los machen und damit über den See fahren. Das ist wunderbar, nicht weil ich dann den Kleinen los bin, sondern ich mir nicht mehr Sätze wie:  „Schade, dass man mit Treibholz nicht über den See fahren kann“ anhören muss. Stattdessen nehmen die Urlauber das Kanu, betätigen sich sportlich, kommen erschöpft und glücklich zurück und genießen dann mit mir zusammen meine Lieblingsbeschäftigung: „Schaukeln auf dem Wasser und den Seeblick genießen“.

Mein Chef ist schon dabei noch eine andere Halterung zu bauen, bei der es sich das kleine süße Ding an meinen Bauch schmiegt und mit mir kuschelt – ich gebe ja zu ich habe es lieb gewonnen. Nun wurden schon einige Löcher in mich hineingebohrt um das Kanu unter meinen Bauch anzubringen. Der Chef sagt, es soll auch für den Urlauber der es zum ersten Mal dort los- und wieder festmacht ganz einfach sein und dazu würde es dieser Flaschenzüge und Seilklampen eben bedürfen.

Ich halte das alles geduldig aus, denn ich freu mich drauf, wenn ich mit meinem Kleinen Quälgeist im gleichen Takt auf den Wellen schaukeln und mit ihm kuscheln kann.

 

Liebe Grüße von „Treibholz“

 

P.s.: Ich melde mich wieder, wenn es was Neues gibt.

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